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Die Hauptfigur des Romans, G., ist als Opfer einer Flugzeug-katastrophe ohne Gedächtnis an seine eigene oder eine kollektive Vergangenheit in einem Land aufgewacht, das nicht nur an der Oberfläche fremd erscheint, sondern auch in der Verfasstheit seiner inneren Strukturen und Gesetzmäßigkeiten.
Den Abgestürzten gelingt es mühsam, sich aus den Trümmern der Maschine zu befreien und sich auf den Weg fort von der Absturzstelle zu machen, um irgendwo in der Wildnis nach Hilfe zu suchen oder zumindest auf Spuren von Zivilisation zu treffen – was sie auffinden, sind jedoch lediglich Ruinen, ist nicht mehr als eine aufgegebene Stadt an den Ufern eines ausgetrockneten Flussbettes, die unbewohnt und in ihrem Grundriss schiffsförmig wie ein auf die Bänke aufgelaufener Kahn im Schwemmsand liegt.
Die Besiedelung dieser Stadtruine ist den Regeln der Gleichheit und Gerechtigkeit wegen unter das selbstgewählte Diktat eines Würfelspiels gestellt. Für G., den per Loswurf ermittelten Chronisten der „gestrandeten Stadt", wird dieses Spiel schlussendlich zum Rand, zur Fallkante seiner entwerteten Existenz: Vom Erfinder ihres „Gesellschaftsspieles" wird er am Ende zu dessen bloßer Spielfigur, zum von fremden Kräften in immer größere Abhängigkeiten Getriebenen:
G. fällt ein zweites Mal – damit setzt die eröffnende Rahmenhandlung des Romans ein – und erwacht mit zerschlagenen Gliedern, in Seilen und medizinischem Spagat fixiert wie eine Marionette an den Fäden eines fremden Willens im Dunkel einer endlosen Nacht.
Nur begleitet von einer Prostituierten und unfähig, weiterhin selbst zu handeln oder sich zu bewegen, rekonstruiert sie ihm für Geld noch einmal seine verloren gegangene Vergangenheit. Erzählt ihm – ähnlich der Scheherazade der orientalischen Märchen – die Geschichte seines Daseins, ohne zu beachten, dass er auch im neuerlichen Erleben, im Nachleben ihrer Worte unweigerlich wieder, im Kreisschluss, in jene Seile verstrickt enden muss, die ihn bereits jetzt gleichermaßen einschnüren wie sie ihn stützen.


430 Seiten, gebunden
Bibliothek der Provinz, 1. Auflage Mai 2006

Die Tausendjährige Nacht
"Kraftvoll, poetisch, visionär, facettenreich und spannend: Mit "Die Tausendjährige Nacht" legt Georg Petz ein schlichtweg sensationelles Romandebüt vor."

Eva Schäffer, "Kleine Zeitung"


"Ja, da kann einer schreiben. Da hat einer was zu sagen: der 27-jährige Germanist Georg Petz [...]. Mit seinem in der "Bibliothek der Provinz" erschienenen Roman "Die Tausendjährige Nacht" hat er seinen Erstling gleich als Opus magnum angelegt."

Kronen Zeitung


"Petz verwebt in seinem beziehungsreichen Labyrinth Anspielungen aus der Literaturgeschichte, von den Merseburger Zaubersprüchen über Umberto Eco bis zu Karl Kraus [...]. Von der Urgesellschaft zur Massenverelendung, von der Revolution bis zur Individualisierung spielt Petz das Welttheater punktuell und selektiv nach. Was auf jeden Fall beeindruckt, sind die Hartnäckigkeit und die Originalität, mit denen Petz sein ausuferndes Romanprojekt betreibt."

Ingeborg Sperl, "Der Standard"


"Ein Kraft- und fast Gewaltakt, darin imponierend [...]"

Martin A. Hainz, "Die Furche"


"Kaum älter als ich, dieser Schriftsteller, und wirft ein derart geniales Buch in den kleinen, stinkenden Tümpel österreichischer Literatur."

Ronald Mayerhofer, "WU aktuell"


"Das Buch "Die Tausendjährige Nacht" ist als ein "gewaltiger" Roman angelegt, der nichts weniger will als - im Genre der Utopie angelegt - modellhaft die Entstehung und Fortentwicklung von Zivilisation schlechthin darzustellen. Ein großer Wurf ist das Buch allemal."

Helmut Bast, "Der Falter"


"’Die Tausendjährige Nacht’ funktioniert auch ohne geistes-, natur- und humanwissenschaftliches Lexikon, man kann diesen Roman auch ganz einfach als wunderbar geschriebenes Debut mit immer wieder aufblitzendem Unterhaltungswert lesen."

Sonja Harter, "APA Kultur"


"Der soeben in der Bibliothek der Provinz erschienene Erstlingsroman des jungen Steirers Georg Petz entzieht sich in vielem herkömmlichen Beurteilungsmaßstäben [...]"

Christian Stenner, "Korso"
"Die Tausendjährige Nacht"
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